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/ 12.06.2013
Holger Wittig-Koppe / Achim Trube (Hrsg.)

Effekthascherei - oder: Wie effektiv ist die Arbeitsmarktpolitik?

Münster: Lit 2000 (Zweiter Arbeitsmarkt 4); 213 S.; geb., 17,79 €; ISBN 3-8258-4633-4
Die Diskussion über die Effektivität von Arbeitsmarktpolitik leidet seit langem unter zwei komplementären Defiziten. Einerseits gibt es - trotz vielfältiger Ansätze - keine systematische Evaluierung, die sich auf eine kontinuierliche, das weite Spektrum arbeitsmarktpolitischer Instrumente abbildende Datenerhebung stützen könnte. Die dadurch erzeugten Wissensmängel dienen andererseits immer wieder als Vorwand, die erforderliche Diskussion jener Ziele zu vernebeln, an denen Arbeitsmarktpolitik sin...
Holger Wittig-Koppe / Achim Trube (Hrsg.)

Effekthascherei - oder: Wie effektiv ist die Arbeitsmarktpolitik?

Münster: Lit 2000 (Zweiter Arbeitsmarkt 4); 213 S.; geb., 17,79 €; ISBN 3-8258-4633-4
Die Diskussion über die Effektivität von Arbeitsmarktpolitik leidet seit langem unter zwei komplementären Defiziten. Einerseits gibt es - trotz vielfältiger Ansätze - keine systematische Evaluierung, die sich auf eine kontinuierliche, das weite Spektrum arbeitsmarktpolitischer Instrumente abbildende Datenerhebung stützen könnte. Die dadurch erzeugten Wissensmängel dienen andererseits immer wieder als Vorwand, die erforderliche Diskussion jener Ziele zu vernebeln, an denen Arbeitsmarktpolitik sinnvollerweise zu messen wäre. Kann tatsächlich die Vermittlungsquote in den ersten Arbeitsmarkt - wofür gegenwärtig nicht nur die Arbeitgeberverbände, sondern auch Arbeitsmarktpolitiker parteienübergreifend votieren - das dominante Kriterium bilden? Für die Herausgeber würde diese Sichtweise eine problematische Verengung der Debatte bilden, könnte damit doch die Tendenz verstärkt werden, "nur noch diejenigen zu fördern, die relativ große Vermittlungschancen haben" (7). Die Beiträge - überwiegend von Vertretern (sozialwissenschaftlicher) Arbeitsmarktforschung - behandeln teils Wirkungsaspekte von Arbeitsmarktpolitik (Kieselbach; Knuth; Schweer), teils problematisieren sie das immer noch leitende Verständnis von (Erwerbs-)Arbeit (Negt; Ribolits; Krafeld) und in zwei Beiträgen (Trube; Kempken) werden dezidiert methodische Fragen der Evaluierung von Arbeitsmarktpolitik erörtert. Der Band beruht auf einer im Februar 1999 veranstalten Fachtagung des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Inhalt: Oskar Negt: Die Arbeitsgesellschaft: Kampfplatz zweier Ökonomien (9-20); Thomas Kieselbach: Arbeitslosigkeit und Gesundheit: Perspektiven eines zukünftigen Umgangs mit beruflichen Transitionen (21-62); Achim Trube: Sozioökonomische Analysen öffentlicher Beschäftigungsförderung - Grundlagen, Methoden und ausgewählte Ergebnisse (63-94); Jürgen Kempken / Achim Trube: EIKAP-PC-Computersoftware zur Steuerung und zum Controlling kommunaler Beschäftigungsförderung (95-117); Erich Ribolits: Arbeit macht frei! (118-130); Franz Josef Krafeld: Leben mit Zeiten ohne Erwerbsarbeit - Von beruflichen zu ganzheitlicheren Lebensentwürfen (131-147); Matthias Knuth: Das "Ende der Erwerbsarbeit" oder: Die "Sauren Trauben" der Arbeitsförderer (148-177); Thomas Schweer: Kultur der Arbeitslosigkeit: Über den Sinn und Unsinn von Maßnahmen gegen Langzeitarbeitslosigkeit (178-190); Holger Wittig-Koppe: Schlußfolgerungen - Eine effektive Arbeitsmarktpolitik muß neue Wege gehen (191-197).
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.3421.2 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Holger Wittig-Koppe / Achim Trube (Hrsg.): Effekthascherei - oder: Wie effektiv ist die Arbeitsmarktpolitik? Münster: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13557-effekthascherei---oder-wie-effektiv-ist-die-arbeitsmarktpolitik_16241, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 16241 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA