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/ 11.06.2013
Ursula Münch

Freistaat im Bundesstaat. Bayerns Politik in 50 Jahren Bundesrepublik Deutschland

München: Olzog 1999; 164 S.; ISBN 3-7892-8021-6
Anlässlich des 50. Jahrestages der Ablehnung des Grundgesetzes im bayerischen Landtag untersucht Münch die besondere Rolle Bayerns in der föderalen Ordnung der Bundesrepublik. Dabei berücksichtigt sie nicht nur die Position der langjährigen Regierungspartei CSU, sondern auch die der SPD. Münch zeigt, dass die wechselnden parteipolitischen Konstellationen im Bund und in Bayern nur begrenzt Einfluss auf die Haltung Bayerns zum Bund hatten. Außergewöhnlich war die Phase der großen Koalition in Bonn...
Ursula Münch

Freistaat im Bundesstaat. Bayerns Politik in 50 Jahren Bundesrepublik Deutschland

München: Olzog 1999; 164 S.; brosch., 32,- DM; ISBN 3-7892-8021-6
Anlässlich des 50. Jahrestages der Ablehnung des Grundgesetzes im bayerischen Landtag untersucht Münch die besondere Rolle Bayerns in der föderalen Ordnung der Bundesrepublik. Dabei berücksichtigt sie nicht nur die Position der langjährigen Regierungspartei CSU, sondern auch die der SPD. Münch zeigt, dass die wechselnden parteipolitischen Konstellationen im Bund und in Bayern nur begrenzt Einfluss auf die Haltung Bayerns zum Bund hatten. Außergewöhnlich war die Phase der großen Koalition in Bonn, während derer die SPD-Opposition in Bayern und die CSU-Landesregierung in ihrer Einschätzung "in völlig ungewohnter und seither nie mehr dagewesener Weise harmonierten" (19). Auch während der (überwiegenden) Zeiten der Regierungsbeteiligung der CSU im Bund war das Verhältnis zwischen Bayern und der Bundesregierung sowie zwischen der CSU in Bayern und der CSU in Bonn konfliktreich. Münch untersucht die Institution des Beauftragten Bayerns in Bonn sowie das Verhalten Bayerns im Bundesrat als die wesentlichen Möglichkeiten der bayerischen Landesregierung, um ihre Zielsetzung auf Bundesebene zur Geltung zu bringen. Die Autorin zeigt sehr deutlich die "Folgen der Überlagerung bzw. Durchdringung des bundesstaatlichen Prinzips durch die Wirkungsweise des Parteienwettbewerbs" (80). Im Anhang sind Dokumente und Reden abgedruckt, die das Verhältnis Bayerns zum Bund anschaulich illustrieren. Inhaltsübersicht: 1. Bayern und der bundesdeutsche Föderalismus: 1.1 Merkmale deutscher Bundesstaatlichkeit; 1.2 Föderalismus als Thema parlamentarischer Debatten im Landtag; 1.3 Die Beziehungen zwischen Bayern und der Bundesregierung in Abhängigkeit von parteipolitischen Konstellationen; 1.3 Die bayerische Kritik am kooperativen Föderalismus als Ausgangspunkt für die Forderung nach "Konkurrenzföderalismus". 2. Die Vertretung des Freistaates Bayern in Bonn: 2.1 Die rechtliche und politische Position des Bevollmächtigten; 2.2 Aufgaben des Bevollmächtigten; 2.3 Landesvertretung und Landtag. 3. Bayern im Bundesrat: 3.1 Die Anfangsjahre des Bundesrates; 3.2 Bayerische Ministerpräsidenten als Präsidenten des Bundesrates; 3.3 Die Ausweitung der Kompetenzen des Bundesrates; 3.4 Bayerns Gesetzgebungsinitiativen im Bundesrat; 3.5 Landtag und Bundesratspolitik; 3.6 Bayerns Haltung zum Bundesrat in Zeiten divergierender Mehrheiten.
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 2.3252.321 Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: Ursula Münch: Freistaat im Bundesstaat. München: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12350-freistaat-im-bundesstaat_14751, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 14751 Rezension drucken
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