/ 11.06.2013
Alexander Grasse
Italiens langer Weg in den Regionalstaat. Die Entstehung einer Staatsform im Spannungsfeld von Zentralismus und Föderalismus
Opladen: Leske + Budrich 2000 (Regionalisierung in Europa 2); 262 S.; ISBN 3-8100-2618-2Die questione regionale begleitet die italienische Geschichte seit der nationalen Einigung Italiens: "Daß sich Italien 1860/61 unitarisch nannte, hing primär damit zusammen, daß das Land unabhängig und frei sein wollte, im Grunde seines Herzens aber wünschte es - mit Ausnahme der politischen Eliten Piemonts - föderative Strukturen". Die regionale Frage stellte sich immer als eine der Integration, als eine demokratietheoretische und als eine der Effizienz bzw. Ineffizienz, die in der Diskussion v...
Alexander Grasse
Italiens langer Weg in den Regionalstaat. Die Entstehung einer Staatsform im Spannungsfeld von Zentralismus und Föderalismus
Opladen: Leske + Budrich 2000 (Regionalisierung in Europa 2); 262 S.; kart., 48,- DM; ISBN 3-8100-2618-2Die questione regionale begleitet die italienische Geschichte seit der nationalen Einigung Italiens: "Daß sich Italien 1860/61 unitarisch nannte, hing primär damit zusammen, daß das Land unabhängig und frei sein wollte, im Grunde seines Herzens aber wünschte es - mit Ausnahme der politischen Eliten Piemonts - föderative Strukturen". Die regionale Frage stellte sich immer als eine der Integration, als eine demokratietheoretische und als eine der Effizienz bzw. Ineffizienz, die in der Diskussion vier Ausprägungen annahm: "1. Regionalismus/Föderalismus und die nationale Einheit Italiens, 2. Regionalismus/Föderalismus als (wirtschaftliche) Autonomiefrage des Nordens, 3. Regionalismus/Föderalismus als 'Südfrage', 4. Regionalismus/Föderalismus und Europa" (219). Seit den 90er-Jahren wird sie nun als ein "Modernisierungskonzept" anerkannt. Ob eine umfassende Reform der italienischen Verfassung das Ebenen-Gefüge umgestaltet, "ganz zu schweigen von einer - von den Regionen geforderten - Transformation in ein föderales System im Sinne eines unitarischen Bundesstaates", steht dahin. Sie hat gewaltige Gegner: "die Widerstände der historisch tief in zentralistischem Denken verwurzelten und um ihre Macht fürchtenden römischen Bürokratien" (244) sowie die lokalen Gebietskörperschaften, besonders die großen und mittleren Städte, die auf den Erhalt des Modells der unterschiedlichen Gebietsautonomien bestehen.
Inhaltsübersicht: 1. Theoretische Zugänge zur Regionalisierungsdebatte; 2. An den Ursprüngen; 3. Vom Wiener Kongreß zum Risorgimento; 4. Nach der Einigung: Vom Föderalismus zur Verwaltungsdezentralisierung; 5. Die Krise der Jahrhundertwende; 6. Vom Ersten Weltkrieg zum Faschismus; 7. Die Bedeutung des Föderalismus in der Zeit und Kultur des Antifaschismus und der Resistenza; 8. Die Geburt des "Regionalen Staates": Vom Separatismus zur Assemblea costituente und der Implementierung der Regionen; 9. Das Modell des "Regionalen Staates" - äußere Gestalt und innere Struktur; 10. Die Regionalisierung Italiens - Fazit; 11. Entwicklung und Perspektiven des Modells vom "dritten Weg".
Heinz-Werner Höffken (Hö)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.61 | 2.21 | 5.41
Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Alexander Grasse: Italiens langer Weg in den Regionalstaat. Opladen: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12173-italiens-langer-weg-in-den-regionalstaat_14527, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 14527
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
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