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/ 11.06.2013
Maximilien Robespierre

Über die Prinzipien der politischen Moral. Rede am 5. Februar 1794 vor dem Konvent. Mit einem Essay von Uwe Schultz

Hamburg: Europäische Verlagsanstalt 2000 (EVA Reden 28); 88 S.; ISBN 3-434-50129-0
In dem schmalen - leider nicht wohlfeilen! - Bändchen steckt ein wichtiger, ein gewichtiger Text: Wie Robespierre hier in seiner Rede vor dem Konvent die Dialektik von Tugend und Terror entwickelt, ist ein Meisterstück politischer Rhetorik und ein Musterbeispiel für die suggestive Kraft ideologischen Denkens. Vor dem hohen Ziel sind alle Mittel immer schon gerechtfertigt - und wer wollte gegen die Beschwörung des republikanischen Geistes, der Liebe zur Gleichheit und der Herrschaft der Vernunft ...
Maximilien Robespierre

Über die Prinzipien der politischen Moral. Rede am 5. Februar 1794 vor dem Konvent. Mit einem Essay von Uwe Schultz

Hamburg: Europäische Verlagsanstalt 2000 (EVA Reden 28); 88 S.; geb., 26,- DM; ISBN 3-434-50129-0
In dem schmalen - leider nicht wohlfeilen! - Bändchen steckt ein wichtiger, ein gewichtiger Text: Wie Robespierre hier in seiner Rede vor dem Konvent die Dialektik von Tugend und Terror entwickelt, ist ein Meisterstück politischer Rhetorik und ein Musterbeispiel für die suggestive Kraft ideologischen Denkens. Vor dem hohen Ziel sind alle Mittel immer schon gerechtfertigt - und wer wollte gegen die Beschwörung des republikanischen Geistes, der Liebe zur Gleichheit und der Herrschaft der Vernunft kleinliche Bedenken geltend machen? So sieht man mit Staunen zu, wie Härte gegen die "Bedrücker" zur wahren "Menschlichkeit" (25), das Messen revolutionärer Gewalt an rechtlichen Normen zur bloßen "Spitzfindigkeit" (24) wird; und als der größte Schurke in dem Freiheitsdrama hat nun der gemäßigte Revolutionär zu gelten, der statt von den Rechten des Volkes von der "Achtung vor dem Gesetz" (32) spricht und so das Werk der Konterrevolution betreibt. Das hohe Lied der neuen Obrigkeit, des Wohlfahrtsausschusses, verbindet sich nahtlos mit dem Appell an den Chauvinisten im Republikaner: der soll nämlich erkennen, dass sich am Ausgang der französischen Revolution das "Schicksal der Welt unwiderruflich" (20) entscheiden wird. So ist der neue Cäsarismus in Gestalt des Napoleon Bonaparte bestens vorbereitet - der imperiale Gestus eignet bereits den Jakobinern, deren Avantgarde-Bewusstsein sich problemlos auch in einem einzigen Träger verdichten kann: dem Weltgeist zu Pferde, von dem Hegel schwärmte.
Barbara Zehnpfennnig (BZ)
Prof. Dr., Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
Rubrizierung: 5.33 Empfohlene Zitierweise: Barbara Zehnpfennnig, Rezension zu: Maximilien Robespierre: Über die Prinzipien der politischen Moral. Hamburg: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/13051-ueber-die-prinzipien-der-politischen-moral_15639, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 15639 Rezension drucken
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