/ 20.06.2013
Fabian Kessl
Der Gebrauch der eigenen Kräfte. Eine Gouvernementalität Sozialer Arbeit
Weinheim/München: Juventa Verlag 2005 (Edition Soziale Arbeit); 258 S.; brosch., 34,50 €; ISBN 3-7799-1220-1Erziehungswiss. Diss. Bielefeld. – Soziale Arbeit, zuständig für gesellschaftliche Integration von Individuen und Gruppen, bewegt sich stets in einer Zone funktionaler Ambivalenz. Soziale Interventionen können nämlich sowohl unter dem Gesichtspunkt der Ermöglichung gesellschaftlicher Teilhabe wie dem sozialer Kontrolle beschrieben werden. Dieses Spannungsverhältnis hat sich im Zuge der Ausbreitung aktivierender Politikstrategien gerade auch im sozialpolitischen Sektor in einer Weise verschoben, die mit der Forderung nach stärkerer individueller Selbstverantwortung dem Fürsorgeprinzip (gegenüber dem Versicherungsprinzip) ein neues Gewicht verleiht. Der Autor will das sich in diesen Programmatiken abzeichnende radikal andere Arrangement des Sozialen unter zwei Gesichtspunkten analysieren. Zunächst geht es ihm – im Anschluss an den Gouvernementalitätsansatz von Foucault – um eine theoretische Analyse relevanter Konzeptionen der Jugendhilfe. Der zweite Teil dient – auf der Basis zweier Jahrgänge von Periodika deutscher Landesjugendämter – der Rekonstruktion des die aktivierende Kinder- und Jugendhilfe bestimmenden Dispositivs. Die Arbeit schließt mit einem Plädoyer für eine politische Theorie Sozialer Arbeit, die eine transparente Positionierung innerhalb politischer Kämpfe ermöglichen soll.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.342 | 2.35 | 5.42
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Fabian Kessl: Der Gebrauch der eigenen Kräfte. Weinheim/München: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23859-der-gebrauch-der-eigenen-kraefte_27426, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 27426
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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