/ 19.06.2013
Theodor Herzl
Der Judenstaat. Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage. Texte und Materialien. 1896 bis heute. Hrsg. und mit einem Nachwort von Ernst Piper
Berlin/Wien: Philo Verlagsgesellschaft 2004; 319 S.; kart., 24,80 €; ISBN 3-86572-365-9Der Band dokumentiert, wie die „Palästinafrage" während der letzten hundert Jahre im Nahen Osten und außerhalb diskutiert wurde: von den beiden Weltkriegen über das Völkerbundmandat, die israelisch-arabischen Kriege seit 1948 bis hin zur Genfer Initiative und der Diskussion über den „Sicherheitszaun". Die zentrale Frage ist dabei die nach der Möglichkeit eines binationalen israelischen Staates. Den Anfang macht Herzls „Judenstaat"; darüber hinaus finden sich die Texte wichtiger Abkommen, wie etwa des Feisal-Weizmann-Abkommens oder auch das Palästina-Mandat des Völkerbundes, die Resolution 181 der Vereinten Nationen und der Entwurf der Genfer Initiative. Brisant sind vor allem die Beiträge von Tony Judt und Leon Wieseltier, die sich an der Frage reiben, ob Israel in seiner derzeitigen Form überhaupt ein Existenzrecht hat. Judt schreibt: „Die bloße Vorstellung von einem ‚jüdischen Staat' - einem Staat, in dem Juden und die jüdische Religion exklusive Privilegien genießen, die nicht-jüdischen Bürgern für immer vorenthalten bleiben - wurzelt in einer anderen Zeit und einem anderen Ort. Kurz gesagt, Israel ist ein Anachronismus." (214)
Aus dem Inhalt:
Theodor Herzl:
Der Judenstaat. Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage (1896) (9-89)
Jakob Klatzkin:
Araber- oder Judenfrage in Palästina? (1921) (107-118)
Robert Weltsch:
Worum es geht (1927) (133-142)
Martin Buber:
Jüdisches Nationalheim und nationale Politik in Palästina (1929) (149-162)
Felix Rosenblueth:
Zur politischen Lage (1936) (163-178)
Clement Atlee:
Das Ende des britischen Mandats (1961) (191-193)
Amos Oz:
Befreiung vom Schatten der Vergangenheit (1982) (209-212)
Tony Judt:
Israel: Die Alternative (2003) (213-224)
Leon Wieseltier:
Was nicht getan werden muß. Israel, Palästina und die Wiederkehr der binationalen Phantasie (2003) (225-236)
David Grossman:
Das Leben, das wir zu leben verdienen (2003) (285-287)
Dan Bar-On:
Die Mauer stoppt auch die Israelis (2004) (289-292)
Christiane J. Fröhlich (CJF)
Dr., Soziologie mit Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung, wiss. Mitarbeiterin, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik, Hamburg.
Rubrizierung: 2.63 | 2.23 | 4.41 | 4.1
Empfohlene Zitierweise: Christiane J. Fröhlich, Rezension zu: Theodor Herzl: Der Judenstaat. Berlin/Wien: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20937-der-judenstaat_24421, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 24421
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Dr., Soziologie mit Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung, wiss. Mitarbeiterin, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik, Hamburg.
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