/ 05.06.2013
Peter Gril
Die Möglichkeit praktischer Erkenntnis aus Sicht der Diskurstheorie. Eine Untersuchung zu Jürgen Habermas und Robert Alexy
Berlin: Duncker & Humblot 1998 (Schriften zur Rechtstheorie 184); 218 S.; 98,- DM; ISBN 3-428-09259-7Rechtswiss. Diss. Heidelberg; Erstgutachter: W. Brugger. - Die Studie untersucht die Stärken und Schwächen der beiden diskurstheoretischen Varianten von Habermas und Alexy. Der Autor kommt im Ergebnis zu dem Schluß, daß beide Spielarten der Diskurstheorie keine Möglichkeiten einer praktischen Erkenntnis bieten, weil ihre Prämissen das Begründungsprogramm nicht zu tragen vermögen. Eine kurze Skizze, wie der Objektivitätsanspruch notwendiger moralischer Normen trotzdem behauptet und begründet werden kann, bietet Gril am Ende seiner Untersuchung: Appellierend an die Klugheit des Normadressaten und orientiert an dessen moralischem Niveau sollen Normen wie etwa das Tötungsverbot zweckrational begründet werden. Ein Beispiel dafür bietet das folgende Zitat: "Diesen überwiegenden Vorteil [eines Tötungsverbotes] kann auch der Selbstmordattentäter nicht bestreiten [...] Denn er hat jedenfalls ein Interesse so lange am Leben zu bleiben, wie es nötig ist, um zum geplanten Attentatsort zu gelangen." (206). Man kann bezweifeln, ob mit diesem Begründungsprogramm viel gewonnen ist.
Inhaltsübersicht: A. Die Möglichkeit praktischer Erkenntnis; B. Die Diskurstheorie von Habermas; C. Die Diskurstheorie von Alexy.
Oliver Lembcke (OL)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 5.42
Empfohlene Zitierweise: Oliver Lembcke, Rezension zu: Peter Gril: Die Möglichkeit praktischer Erkenntnis aus Sicht der Diskurstheorie. Berlin: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6625-die-moeglichkeit-praktischer-erkenntnis-aus-sicht-der-diskurstheorie_8949, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 8949
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Dr., Politikwissenschaftler.
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