/ 20.06.2013
Günter Dux
Die Moral in der prozessualen Logik der Moderne. Warum wir sollen, was wir sollen
Weilerswist: Velbrück Wissenschaft 2004; 319 S.; geb., 35,- €; ISBN 3-934730-84-1Seit seiner Emeritierung als Professor für Philosophie an der Universität Leipzig im Jahr 1998 publiziert Dux sukzessive die Früchte seines Denkens. Bald soll seiner Kulturtheorie (2000) und Moralphilosophie auch eine Gerechtigkeitstheorie folgen. Generell gilt, dass Dux versucht, „die Praxisformen menschlichen Daseins und mit ihnen Vernunft und Moral als Anschlussorganisation an eine evolutive Naturgeschichte zu verstehen“ (18). Moral als historisch-anthropologisches Konstrukt phylo- wie ontogenetischer Prozesse verstanden, verlangt vor allem eine Verteidigung gegen transzendentalphilosophische Begründungsstrategien. Deswegen argumentiert der Autor auch außerhalb seiner Exkurse zu Kant (47-71) und zur Diskursethik (207-235) immer wieder gegen die „absolutistische Begründungslogik“ (45) und für die prozessuale Logik der Moderne. Sie steht für das „Junktim der Konstruktivität mit der Historizität“ (24), das Dux moraltheoretisch vor allem mithilfe von Piaget und Kohlberg ausbuchstabiert. Dux' beruft sich kaum auf moralphilosophische Debatten der Gegenwart. Bei einem Philosophen seiner Reputation ist das aber auch nicht nötig. Stattdessen erwartet den Leser das moraltheoretische Fazit vieler Jahrzehnte anthropologischer Forschung.
Stefan Militzer (SM)
Dr., Publizist, Frankfurt a. M.
Rubrizierung: 5.44 | 5.42
Empfohlene Zitierweise: Stefan Militzer, Rezension zu: Günter Dux: Die Moral in der prozessualen Logik der Moderne. Weilerswist: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22700-die-moral-in-der-prozessualen-logik-der-moderne_25905, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25905
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Dr., Publizist, Frankfurt a. M.
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