/ 18.06.2013
Hans Albert
Erkenntnislehre und Sozialwissenschaft. Karl Poppers Beitrag zur Analyse sozialer Zusammenhänge. Mit einem Vorwort von Hubert Christian Ehalt
Wien: Picus Verlag 2003 (Wiener Vorlesungen im Rathaus 96); 59 S.; geb., 7,90 €; ISBN 3-85452-396-3Die auf einen Wiener Vortrag von 2002 zurückgehende Rekonstruktion zeigt zunächst, wie Poppers sozialwissenschaftliche Position die Folge seiner erkenntnistheoretischen Arbeiten ist. So steht zunächst sein Verhältnis zum Wiener Kreis, aber vor allem seine Auseinandersetzung mit Wittgenstein im Vordergrund, bevor Albert die Popper'sche Kritik am Historizismus und seinen Entwurf einer Methodologie der Sozialwissenschaften wiedergibt. Die zentrale Diagnose lautet, dass Popper sein ursprüngliches Konzept von einer an Gesetzmäßigkeiten orientierten und von der Erkenntnispraxis in den Wissenschaften ausgehenden Sozialwissenschaft aufgibt, „durch ein gehaltsarmes Rationalitätskonzept ersetzt und die Erklärung sozialer Zusammenhänge auf eine Situationslogik reduziert, die ohne nomologische Hypothesen auskommt" (37). Diese Kritik findet jedoch ihre Grenze in Alberts Überzeugung, dem Kritischen Rationalismus sei gegenüber den Vertretern der Frankfurter Schule und der Postmoderne der Vorzug zu gewähren.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.2 | 5.46
Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Hans Albert: Erkenntnislehre und Sozialwissenschaft. Wien: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20456-erkenntnislehre-und-sozialwissenschaft_23847, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 23847
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
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