/ 18.06.2013
Hillary Rodham Clinton
Gelebte Geschichte. Aus dem Amerikanischen von Stefan Gebauer und Ulrike Zehetmayr
München: Econ 2003; 670 S.; geb., 24,- €; ISBN 3-430-11862-X„Bevor wir hierher kamen, hielten wir uns für anständige Leute" (235), zitiert Rodham Clinton ihren politischen Weggefährten Vince Foster, der den Druck der politischen Gegner in Washington nicht ertrug und sich das Leben nahm. Obwohl die ehemalige First Lady der USA und jetzige New Yorker Senatorin nur wenige Einblicke in ihr Gefühlsleben gewährt, wird ihre Fassungslosigkeit gegenüber der ihrer Ansicht nach meist ausschließlich am Machtkalkül orientierten Politik der Republikaner immer wieder deutlich. Die Auseinandersetzungen mit den politischen Gegnern ziehen sich zwar als roter Faden durch das Buch, das dennoch keine Abrechnung geworden ist. Erwähnt wird möglichst nur, wovon es Positives zu berichten gibt. Rodham Clinton legt ausgesprochen viel Wert auf die Darstellung ihrer politischen Ziele, wobei die Gesundheits- und Familienpolitik eindeutig im Vordergrund stehen. Damit wird auch die Intention ihrer Autobiografie deutlich: Neben der Darstellung vor allem der acht Jahre im Weißen Haus aus ihrer Sicht geht es ihr um die Erläuterung ihrer politischen Auffassungen und Absichten. Privates soll dabei offensichtlich die Funktion erfüllen, Rodham Clinton von ihrer menschlichen Seite zu zeigen. Insgesamt hinterlässt diese Autobiografie den Eindruck eines ausführlich beschriebenen Terminkalenders, wirklich neue Einblicke in die US-amerikanische Politik werden nicht geboten.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.64 | 2.1
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Hillary Rodham Clinton: Gelebte Geschichte. München: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19353-gelebte-geschichte_22493, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 22493
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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