/ 11.06.2013
Susanne Siegl-Mocavini
John Barclays "Argenis" und ihr staatstheoretischer Kontext. Untersuchungen zum politischen Denken der Frühen Neuzeit
Tübingen: Max Niemeyer Verlag 1999 (Frühe Neuzeit 48); VIII, 417 S.; geb., 122,- DM; ISBN 3-484-36548-XTheoretiker des Absolutismus sind von der nachfolgenden Ideengeschichte, von prominenten Ausnahmen einmal abgesehen, nicht eben freundlich und mit Aufmerksamkeit behandelt worden. Barclay gehört nicht zu diesen Ausnahmen, und so ist die hier anzuzeigende umfassende Analyse seiner politiktheoretischen Schriften, die zudem ausgiebig in den Kontext ihrer Zeit gestellt werden, eine bemerkenswerte Ausnahme. Siegl-Mocavini sieht Barclays aus der Erfahrung der religiösen Bürgerkriege geborenes Staatsverständnis als eine Variante des absolutistischen Herrschafts- und Gesellschaftsvertrages an, das am ehesten auf Ludwig XIV. verweise. Der Band ist gerade auch in seiner ausführlichen Wiedergabe vieler kleinerer Schriften der Zeit eine Fundgrube zum frühneuzeitlichen politischen Denken.
Aus dem Inhalt: II. Fürstenlehre und Fürstenspiegel; III. Die historisch-biographische Ebene; IV. Die theoretisch-staatsphilosophische Ebene: monarchomachische und absolutistische Schriften als Voraussetzung für die Erörterung von Barclays Staatstheorie: 1. Monarchomachische Traktate: 1.3 Die mittelalterlichen Traditionen: Die Zwei-Schwerter-Lehre und die Theorien vom Staatsvertrag, vom Widerstandsrecht und der Pflicht zum Tyrannenmord; 1.4 Protestantische Monarchomachen; 1.5 Katholische Monarchomachen. 2. Schriften des frühen Absolutismus. V. Von der Gewalt des Papstes in weltlichen Dingen: Zur Verwicklung von Barclay père et fils in den Suprematsstreit zwischen Vertretern der absolutistischen Staatsphilosophie und der Kurie; VI. Politischer Gesinnungswandel, religiöse Verfolgung oder Lockung des Geldes? John Barclays Aufenthalt am päpstlichen Hof und sein Verhältnis zu seinen Mäzenen; VII. John Barclays "Summa Politicae": Der 'Argenis'-Roman: 2. Theoretische Reflexionen Barclays als "abstrakter" Teil seiner Fürstenlehre: Über die beste Staatsform und den idealen Fürsten.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.32
Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Susanne Siegl-Mocavini: John Barclays "Argenis" und ihr staatstheoretischer Kontext. Tübingen: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10772-john-barclays-argenis-und-ihr-staatstheoretischer-kontext_12738, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 12738
Rezension drucken
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
CC-BY-NC-SA