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/ 19.06.2013
Friedrich G. Moser

Schâh, Khân, Âyatollâh. Begegnungen im Iran

Zürich: Orell Füssli 2006 (Zeitgeschichte); 208 S.; geb., 32,80 €; ISBN 978-3-280-06068-1
Ausgehend von eigenen Erlebnissen und Gesprächen mit verschiedenen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens erzählt Moser so etwas wie die Geschichte des Irans, wobei die sechziger Jahre einen Schwerpunkt bilden. Zeitgeschichtliche Betrachtungen werden ergänzt durch historische Rückblenden sowie Erläuterungen zur Sprachentwicklung, dem Einfluss des Islams auf das politische Geschehen und zur Literatur. Bedauerlich ist, dass der Autor weder die konkrete Dauer seines Aufenthaltes (seit 1959) benennt noch seine berufliche Aufgabe. Dem Klappentext ist zu entnehmen, dass Moser Diplomat war, zuletzt als schweizerischer Botschafter im Irak und bei den Vereinten Nationen in New York. Leider verzichtet er oft darauf, Namen und Funktionen seiner Gesprächspartner sowie die Anlässe seiner Begegnungen zu benennen, sodass alles etwas schwammig bleibt. Auch fehlen nähere Informationen zu seiner Reise in die Region Lurestan, deren mittelalterliche Gesellschaft er beschreibt. Insgesamt zeichnet er ein eher pittoreskes Bild des Irans, selbst der Geheimdienst Savak taucht als freundliche Behörde auf. Zweifel sind auch angebracht, wenn er den Ausführungen Khomeinis Ähnlichkeiten mit den staatsphilosophischen Ideen Platons bescheinigt. Das Buch ist zwischen Reportage und Essay angesiedelt, einen wissenschaftlichen Anspruch erhebt es nicht.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.632.22.232.252.1 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Friedrich G. Moser: Schâh, Khân, Âyatollâh. Zürich: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21499-schh-khn-yatollh_29704, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 29704 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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