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/ 11.06.2013
Holger Weininger

Vernunftkritik bei Nietzsche und Horkheimer/Adorno. Die Problemstellung in "Zur Genealogie der Moral" und in der "Dialektik der Aufklärung"

Dettelbach: Verlag J. H. Röll 1998 (Philosophische Brocken 5); 93 S.; brosch., 29,80 DM; ISBN 3-89754-134-3
Die Darstellung stellt zwei entgegengesetzte Grundmodelle der Vernunftkritik gegenüber: Während Nietzsche am Ende Vernunft als brauchbares Kriterium für die Bewertung von Aussagen verwirft, hält das von Horkheimer/Adorno verfolgte Konzept das Vernunftprinzip aufrecht. In der Herausarbeitung der praktisch-philosophischen Implikationen beider Ansätze und einem anschließenden Vergleich wird deren Differenz deutlich, die im wesentlichen darin besteht, daß Nietzsche über die weitgehende Ausblendung der Funktion konkreter gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse in die Ideologie eines "Willens zur Macht" verfällt, welche die Gegenaufklärung mobilisieren wird, wogegen Horkheimer und Adorno diese Affirmation faktischer Machtverhältnisse im Versuch der Freilegung der emanzipatorischen Anteile der Vernunft gerade zu bekämpfen suchen. Die klaren und systematischen Aussagen der Bearbeitung gehen nicht zuletzt darauf zurück, daß der Autor sich auf jeweils eine Schrift beschränkt hat: einerseits die "Genealogie der Moral" und andererseits die "Dialektik der Aufklärung". Aus dem Inhalt: 1. Vernunftkritik bei Nietzsche: 1.3. Interpretation als Machtwille; 1.6.3. Politische Implikationen. 2. Vernunftkritik bei Horkheimer und Adorno: 2.1. Kritik der instrumentellen Vernunft; 2.3. Die 'Sympathetische Vernunft'. 3. Vergleich und Kritik der Ansätze.
Dirk Märten (DM)
Rubrizierung: 5.42 Empfohlene Zitierweise: Dirk Märten, Rezension zu: Holger Weininger: Vernunftkritik bei Nietzsche und Horkheimer/Adorno. Dettelbach: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10096-vernunftkritik-bei-nietzsche-und-horkheimeradorno_11939, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 11939 Rezension drucken
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