/ 17.06.2013
Robert Kulzer
Demokratieverständnis und demokratische Praxis des African National Congress (1994-1999)
Münster/Hamburg/London: Lit 2000 (Regensburger Schriften zur Auswärtigen Politik 1); XIV, 176 S.; brosch., 25,90 €; ISBN 3-8258-5131-1Mit den freien Wahlen von 1994 hat das Apartheidregime in Südafrika ein Ende gefunden und der African National Congress (ANC) wurde zur bestimmenden Regierungspartei im ersten demokratisch verfassten Parlament. Gegenstand der Arbeit ist die Frage, ob und wie der ANC den Wandel von der Untergrund-Befreiungsbewegung zur demokratischen Partei vollzieht. Kulzer untersucht das Demokratieverständnis und die Regierungspraxis des ANC im Zeitraum der ersten Amtsperiode unter Nelson Mandela von 1994 bis 1999. Hierfür entwickelt er ein Kriterienset zur Analyse der Demokratiewertigkeit einer Partei, das die interne Organisationsstruktur, den Regierungsstil, Fragen der Rechtsordnung, Verhalten im Parlament und insbesondere gegenüber der Opposition sowie das Verhältnis zu den Medien umfasst. Die Analyse zeigt, dass sich der ANC hinsichtlich aller fünf Kriterien nur als eingeschränkt demokratisch bewerten lässt. Zwar lasse sich dies u. a. aus seiner Vergangenheit als Untergrund-Befreiungsbewegung erklären, nur müsse sich der ANC von diesem Selbstverständnis verabschieden, damit sich seine zentrale Stellung nicht zum Risiko für die junge Demokratie in Südafrika entwickelt.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.67 | 2.22
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Robert Kulzer: Demokratieverständnis und demokratische Praxis des African National Congress (1994-1999) Münster/Hamburg/London: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15524-demokratieverstaendnis-und-demokratische-praxis-des-african-national-congress-1994-1999_17692, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 17692
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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