/ 21.06.2013
Manfred Görtemaker
Die Berliner Republik. Wiedervereinigung und Neuorientierung
Berlin: be.bra verlag 2009 (Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert 16); 223 S.; geb., 19,90 €; ISBN 978-3-89809-416-0Der Band bildet den Abschluss der populärwissenschaftlichen Reihe über die deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert. Der Historiker Görtemaker zeichnet flott geschrieben die Grundlinien nach, die die Berliner Republik bisher charakterisierten – „Mauerfall und Wiedervereinigung, die Entstehung der ‚Berliner Republik’, die Schritte zu einer neuen Außenpolitik, die inneren Probleme der Vereinigung, der Machtwechsel Rot-Grün 1998 und die Herausforderung des internationalen Terrorismus sowie die Krise des Sozialstaates und der Übergang zur Großen Koalition 2005“ (9 f.) Für diese zwei Jahrzehnte zieht Görtemaker eine positive (Zwischen-)Bilanz, die Folgen des Umbruchs 1989/90 scheinen „weitgehend überwunden“ (182), der Machtwechsel zu Rot-Grün habe sich „als nur mäßig bedeutsam“ (181) erwiesen – übertriebene Hoffnungen wie übertriebene Befürchtungen hätten sich als verfehlt herausgestellt. Die Berliner Republik habe auch außenpolitisch ihren Platz gefunden, schreibt Görtemaker nach einer kritischen Betrachtung u. a. der „Scheckbuch-Diplomatie im Golf-Krieg 1991“ (66), bei der er das Wechselspiel von Innen- und Außenpolitik herausstellt. Abschließend bescheinigt er der Berliner Republik mit den Machtwechseln 1998 und 2005 ihre demokratische Reife „auch unter neuen parteipolitischen Bedingungen“ (183) unter Beweis gestellt zu haben.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.315 | 4.21
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Manfred Görtemaker: Die Berliner Republik. Berlin: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30544-die-berliner-republik_36266, veröffentlicht am 30.09.2009.
Buch-Nr.: 36266
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