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/ 11.06.2013
Armin Wolf / Euke Frank

Promi-Politik. Prominente Quereinsteiger im Porträt

Wien: Czernin Verlag 2006; 215 S.; hardc., 19,80 €; ISBN 978-3-7076-0068-1
Die „Ochsentour“ – der lange Marsch durch die Institutionen und Organisationen – sei noch immer der übliche Weg in die Politik, hingegen gelinge der Quereinstieg ins Parlament, die Regierung oder das Rathaus einer größeren Gemeinde höchst selten, schreiben die österreichischen Journalisten Wolf und Frank. Warum gibt es in Österreich dennoch so viele prominente Quereinsteiger in die Politik? Für dieses Buch, das auf die Dissertation Wolfs an der Universität Innsbruck zurückgeht, hat der ORF-Moderator prominente Quereinsteiger interviewt, die zwischen 1994 und 2004 gewählt wurden. Die Gespräche bieten einen Einblick in den Alltag österreichischer Politik und die Karrieren der Prominenten. Prominente Quersteiger würden in die Politik geholt, um in Wahlkämpfen Aufmerksamkeit zu erregen, um mit ihrem Image für Parteien zu werben oder bestimmte Wählergruppen anzusprechen. Prominente Kandidaten dienten ihren Parteien also vor allem zur Darstellung und nicht zur Herstellung von Politik. Aber nur ein Viertel der untersuchten Abgeordneten sei als „eindeutig erfolgreich“ (200) zu bezeichnen, die meisten prominenten Quereinsteiger würden nicht lange in der Politik überleben. Ihre durchschnittliche Amtszeit sei kürzer als die von Profi-Politikern, sie würden weniger Ämter übernehmen und selten politische Karriere über ihr erstes Mandat hinaus machen. Die größte Hürde bleibe für die meisten Quereinsteiger die Integration in den Parteiapparat.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.42.222.24 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Armin Wolf / Euke Frank: Promi-Politik. Wien: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9515-promi-politik_28749, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 28749 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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