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/ 18.06.2013
Jürgen Boeckh

Regionalisierung im Systemwechsel. Rahmenbedingungen dezentraler Sozialstaatlichkeit am Beispiel zweier nordrussischer Kommunen

Opladen: Leske + Budrich 2003 (Forschung Politikwissenschaft 175); 230 S.; brosch., 24,90 €; ISBN 3-8100-3693-5
Politikwiss. Diss. Gießen; Gutachter D. Eißel. - Boeckh siedelt seine Untersuchung an der Schnittstelle zweier Hautströmungen der aktuellen Transformationsforschung an: der komparativen Politikwissenschaft und den Area Studies. Beide Forschungsansätze richten ihr Interesse auf die Entwicklungsbedingungen stabiler demokratischer Verhältnisse in den osteuropäischen Transformationsstaaten. In seiner empirisch angelegten Studie analysiert Boeckh Potenziale und Hindernisse, die sich bei einer demokratischen Entwicklung in den zwei nordrussischen Provinzen Wologda und Kostroma in der letzten Dekade zeigten. Die Bevölkerung Russlands akzeptiere zwar Freiheit, Individualität und Selbstbestimmung des Menschen als neue demokratische Werte. Die Wertschätzung dieser Freiheiten sei aber eng mit der Wahrnehmung eines starken Präsidenten und der Verbesserung der eigenen materiellen Lage verbunden. Den Kommunen stünden sehr begrenzte Handlungsoptionen zur Verfügung, um die soziale Sicherheit und materielle Versorgung ihrer Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten. Wohlfahrtsstaatliche Garantien seien aber entscheidend für die Stabilität des neuen Staatssystems in Russland, so das Ergebnis des Autors.
Tetyana Lutsyk (TL)
Lizentiat der Internationalen Wirtschaftsbeziehungen (lic. oec. int.), Doktorandin, wiss. Mitarbeiterin, Institut für Wirtschaftspolitik, Universität Leipzig.
Rubrizierung: 2.622.212.22.22 Empfohlene Zitierweise: Tetyana Lutsyk, Rezension zu: Jürgen Boeckh: Regionalisierung im Systemwechsel. Opladen: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18613-regionalisierung-im-systemwechsel_21581, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21581 Rezension drucken
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