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/ 04.06.2013
Othmar Kolar

Rumänien und seine nationalen Minderheiten 1918 bis heute

Wien/Köln/Weimar: Böhlau Verlag 1997; 584 S.; brosch., 122,- DM; ISBN 3-205-98509-5
Der offenkundig auf der Dissertation des Verfassers basierende umfangreiche Band bietet einen gleichermaßen sachkundigen wie gut lesbaren Überblick über die nationalen Minderheiten in Rumänien seit Ende des Ersten Weltkriegs. Naturgemäß erfährt das an Diskriminierungserfahrungen reiche Schicksal der ethnischen Ungarn, der zahlenmäßig bedeutendsten Minderheit auf rumänischem Staatsgebiet, besondere Aufmerksamkeit, dies um so mehr, als Kolar vor allem den quasi multikulturellen Raum Siebenbürgen untersucht. Behandelt werden aber auch die kleinere deutsche Volksgruppe, die Juden und die im heutigen amtlichen Sprachgebrauch als "Tigani" (Zigeuner) bezeichneten Roma. Das sorgfältig recherchierte Buch überzeugt nicht nur durch eine klare und differenzierte Darstellung, sondern zudem durch die Einbettung der Minderheitenpolitik (in der doppelten Bedeutung von Politik gegenüber den Minderheiten und Politik der Minderheiten) in strukturelle Zusammenhänge. Der Politikwissenschaftler mag gelegentlich einen stärker theoretischen Zugang vermissen, dennoch wird er den Band mit Gewinn lesen.
Michael Edinger (ME)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Sonderforschungsbereich 580, Universität Jena (www.uni-jena/svw/powi/sys/edinger.html).
Rubrizierung: 2.624.42 Empfohlene Zitierweise: Michael Edinger, Rezension zu: Othmar Kolar: Rumänien und seine nationalen Minderheiten 1918 bis heute Wien/Köln/Weimar: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/4216-rumaenien-und-seine-nationalen-minderheiten-1918-bis-heute_5939, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 5939 Rezension drucken
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