/ 04.06.2013
Michael Corsten / Helmut Voelzkow (Hrsg.)
Transformation zwischen Markt, Staat und Drittem Sektor
Marburg: Metropolis-Verlag 1997; 288 S.; 58,- DM; ISBN 3-89518-143-9Eine wichtige Lehre der mittlerweile kaum noch zu überschauenden Studien der Transformationsforschung besteht sicherlich in der Einsicht, daß der ostdeutsche Transformationsprozeß nicht einfach als - wenn auch schrittweise erfolgende - "Kopie" der westdeutschen politisch-sozialen Gegebenheiten verstanden werden darf; zumal es in politikwissenschaftlicher Perspektive zu unterstreichen gilt, daß sich Institutionen ohne Berücksichtigung der je vorzufindenden Handlungsorientierungen und sozialen Praktiken nicht "exportieren" lassen. An dieser Problemstellung orientieren sich die Beiträge des Bandes, die auf zwei Veranstaltungen der DGS-Sektion Wirtschaftssoziologie aus dem Jahr 1996 zurückgehen und anhand ausgewählter systematischer Bezugspunkte (Transformationstheorie, Arbeitsmarktdynamik, Steuerungsprobleme, III. Sektor) einzelne Aspekte des ostdeutschen Transformationsprozesses analysieren. Dabei kann die Akzentuierung der prozessualen Dimension verdeutlichen, daß sich gerade im deutsch-deutschen Fall zwei "Transformationslogiken" überlagern: einerseits die Annäherung an das westdeutsche Gesellschaftsmodell, andererseits der von der Globalisierung ausgehende Modernisierungszwang der Bundesrepublik insgesamt.
Inhalt: Michael Corsten / Helmut Voelzkow: Einführende Bemerkungen: Wirtschaftliche Transformation zwischen Markt, Staat und Drittem Sektor (7-16). I. Generelle Einschätzungen des Transformationsprozesses: Elmar Lange: Steuerungsprobleme beim Übergang von der Planwirtschaft zur sozialen Marktwirtschaft in den neuen Bundesländern (17-37); Dirk Baecker: Organisation und Gedächtnis in der Transformationsgesellschaft (39-60); Lutz Zündorf: Wirtschaftliche Transformationsprobleme ostmitteleuropäischer Gesellschaften - institutionelle und internationale Aspekte (61-80); Ulrich Hilpert: Transformation und Orientierung. Zur Bedeutung extra-ökonomischer Faktoren bei Prozessen industrieller Modernisierung (81-106). II. Transformation institutioneller Rahmungen des Arbeitsmarktes: Martin Diewald: Neurekrutierung oder Anpassung? Zur Erklärung von Kontinuitäten und Brüchen in ostdeutschen Berufsverläufen nach der Wende (107-124); Rudolph Welskopf: Das kaufmännische Potential in ostdeutschen Betrieben - Berufliche Bildung und Status in Transformation (125-142); Gerd Mutz: Dynamische Arbeitslosigkeit und soziale Disparitäten in West- und Ostdeutschland (143-161); Heike Trappe: Transformation der Erwerbsbeteiligung ostdeutscher Frauen? (163-179). III. Transformation, Governancestrukturen und Netzwerke: Roland Czada: Vereinigung und Systemtransformation als Governance Problem (181-209); Rolf G. Heinze / Josef Schmid / Helmut Voelzkow: Wirtschaftliche Transformation und Governance. Der Beitrag der Verbände zum industriestrukturellen Wandel in Ostdeutschland (211-236). IV. Transformation und Dritter Sektor: Joachim Fischer / Sabine Gensior: Netz-Transfer und Systemintegration (237-252); Volker Ronge: Theorie des Dritten Sektors und Transformation (253-266); Eckhard Priller: Zur Entstehung des Dritten Sektors in Ostdeutschland - Funktion, Leistung und Selbstbewertung (267-288).
Thomas Mirbach (Mir)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.2 | 2.331 | 2.342 | 2.36 | 2.22 | 2.62
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Michael Corsten / Helmut Voelzkow (Hrsg.): Transformation zwischen Markt, Staat und Drittem Sektor Marburg: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5017-transformation-zwischen-markt-staat-und-drittem-sektor_6615, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 6615
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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