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/ 05.06.2013
Jochen Kienbaum / Manfred J. M. Neumann / Heinz Riesenhuber / Wolfgang Schäuble / Peter D. Sutherland

Arbeitsplätze durch mehr Mut zum Markt

Sankt Augustin: Konrad-Adenauer-Stiftung 1998 (Aktuelle Fragen der Politik 55); 40 S.; 5,- DM; ISBN 3-931575-94-2
Die Beiträge sind das Ergebnis einer Tagung, die im Frühjahr 1998 stattgefunden hat. Führende, der Union angehörende oder ihr nahestehende Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft erörtern, welche konkreten Veränderungen durch die Politik vorgenommen werden müssen, um das Ziel "Arbeitsplätze durch mehr Mut zum Markt" zu erreichen. Jenseits plakativer Wahlkampfparolen von links und rechts wird argumentativ der programmatische Kern der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik der Union dargelegt. Schäuble wirft in seinem Beitrag zunächst einen Blick auf die Ursachen. Deutschland stehe aufgrund seiner hochentwickelten Kommunikationstechnik und seines Transportwesens mit jedem Standort in der Welt in Wettbewerb. Dies habe eine Globalisierung der Verteilungskonflikte zur Folge. Nach seiner Meinung kann die Politik auf folgenden Feldern Beiträge zur Problemlösung beisteuern: (1) Benchmarking, d. h. Rückbesinnung auf Stärken und Ausgleich von Nachteilen durch Vorteile in anderen Bereichen. Vorteile gebe es z. B. im Bildungssystem, in der Forschung und Infrastruktur. (2) Dezentralisierung, d. h. unter Einbeziehung des Subsidiaritätsprinzips sind einerseits Regelungsfähigkeit, Kompetenz und Folgenhaftung in Übereinstimmung zu bringen und andererseits ist die Höhe der Staatsabgaben und die Sozialquote zu begrenzen (10 f.). Neumann, Direktor des Instituts für Internationale Wirtschaftspolitik an der Universität Bonn und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Wirtschaft, gibt einen Überblick über wesentliche arbeitsmarktpolitische Probleme: Das Thema der Tagung versteht er als Appell an die politische Klasse Deutschlands, Reformen durchzuführen sowie an den Arbeitsmarkt selbst. Dieser müsse leistungsfähig gemacht werden, indem es wieder ein freies Spiel von Angebot und Nachfrage gebe. Defensivstrategien, z. B. Umverteilung durch kollektive Arbeitszeitverkürzung oder Vereinheitlichung der Sozialbedingungen auf internationaler Ebene, werden nicht als Ausweg aus dem Dilemma betrachtet. Er plädiert dafür, die Funktionsfähigkeit der Tarifautonomie zu überprüfen und kommt zu dem Ergebnis, daß es die beste ordnungspolitische Lösung wäre, wenn die Tarifverträge geöffnet würden. Da viele rentable Arbeitsplätze Investitionen seitens der Unternehmer voraussetzen, sei eine drastische Senkung der auf Investitionen liegenden Steuer- und Abgabenlast notwendig. Inhalt: Wolfgang Schäuble: Arbeit für den Standort Deutschland gewinnen. Welchen Beitrag kann die Politik leisten? (7-14); Manfred J. M. Neumann: Deutschlands Regelwerk für den Arbeitsmarkt - Reformbedarf und Modernisierungschancen (15-20); Peter D. Sutherland: Der deutsche Arbeitsmarkt im internationalen Vergleich (21-25); Jochen Kienbaum: Innovationskultur und Innovationsmanagement (27-32); Heinz Riesenhuber: Arbeit der Zukunft (33-36).
Eberhard Schuett-Wetschky (SW)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften (Bereich Politikwissenschaft), Universität Kiel (www.politik.uni-kiel.de/prof_schuettwetschky.php).
Rubrizierung: 2.342 Empfohlene Zitierweise: Eberhard Schuett-Wetschky, Rezension zu: Jochen Kienbaum / Manfred J. M. Neumann / Heinz Riesenhuber / Wolfgang Schäuble / Peter D. Sutherland: Arbeitsplätze durch mehr Mut zum Markt Sankt Augustin: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6946-arbeitsplaetze-durch-mehr-mut-zum-markt_9304, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 9304 Rezension drucken
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