/ 03.06.2013
Jutta Schmitz-Rixen
Aufgaben und Probleme bei der Vermittlung von Europa. Die Kampagne der Bundesregierung für die Europäische Union. Vermittlungs- und Akzeptanzprobleme in der Schule
Köln: OMNIA Verlag 1996; 280 S.; 38,- DM; ISBN 3-89344-032-1Erziehungswiss. Diss. Karlsruhe (FH); Erstgutachter: O. Bardong. - Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung führte im Jahr 1992 eine Presse- und Öffentlichkeitskampagne durch, mit der über den Maastrichter Vertrag informiert und gesellschaftliche Unterstützung hierfür geschaffen werden sollte. Bewertung und Wirkung dieser Öffentlichkeitsarbeit wurden überprüft, indem Lehrer und Lehrerinnen von allgemeinbildenden Schulen im August 1994 auf der Grundlage von sechs Anzeigentexten, die der Kampagne entnommen wurden, danach befragt wurden, wie gut sie sich zum einen durch den Text informiert fühlen und ob der Text zum anderen eher Hoffnungen oder Befürchtungen wecke. In den Anzeigen wurden die Europäische Union, die Währungsunion, ein föderales Europa, die Aufwertung des europäischen Parlaments und die Befürwortung europäischer statt nationaler Problemlösungen thematisiert.
Die Autorin kommt zu vier Ergebnissen: Erstens haben zwei Drittel der befragten Lehrer die Kampagne wahrgenommen. Zweitens hat sich die Einschätzung des eigenen Informationsstandes nach der Kampagne über die Europäische Union verbessert. Drittens lag die Befürwortung einer weiteren europäischen Einigung seitens der Lehrer vor der Öffentlichkeitskampagne etwas höher als danach. Das Gros der Lehrer, 88 Prozent, ist jedoch auch nach der Kampagne für eine weitere europäische Einigung. Viertens fällt eine Bewertung des Informationsgrades der Texte nicht mit der Wirkung (Hoffnung oder Befürchtung) zusammen. Implizit geht die Autorin von der Annahme aus, daß durch Information die Einstellung über Ziele der Europäischen Union verändert werden kann. Da sich dieser Zusammenhang nicht bestätigte, folgert Schmidt-Rixen, daß die Informationstexte mehr Werbecharakter haben, Problemlösungen aber auch angedeutet werden sollten. Die Texte müßten stärker auf die Vermittler von Politikergebnissen, insbesondere Lehrer, zugeschnitten sein und die Adressaten als Dialogpartner, weniger als Informationsempfänger angesehen werden. Die Autorin plädiert für ein Mehr an Informationsseminaren anstelle eines Mehr an Informationsbroschüren.
Martina Böhner (Bö)
Dr.
Rubrizierung: 3.7 | 3.1
Empfohlene Zitierweise: Martina Böhner, Rezension zu: Jutta Schmitz-Rixen: Aufgaben und Probleme bei der Vermittlung von Europa. Köln: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/2766-aufgaben-und-probleme-bei-der-vermittlung-von-europa_3642, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 3642
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