/ 22.06.2013
Elke Scheffelt
Egalitäre Beschäftigungspolitik im öffentlichen Dienst? Eine vergleichende Analyse der Beschäftigungssituation von Frauen in Deutschland und den Niederlanden
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2009 (Europäische Hochschulschriften: Reihe XXII, Soziologie 430); 319 S.; brosch., 51,50 €; ISBN 978-3-631-58629-7Diss. Frankfurt (Oder). – Wie sich die Integration von Frauen und Männern in den Arbeitsmarkt gestaltet, hängt nicht nur von den sozialpolitischen institutionellen Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktes, den industriellen Beziehungen und den Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt ab, sondern auch von den jeweiligen nationalen gesellschaftlichen Leitbildern über die geschlechtliche Arbeitsteilung. Diese nationalen Geschlechterordnungen nimmt die Autorin zum Ausgangspunkt ihrer Analyse und stellt sie in den Zusammenhang mit der Beschäftigungspolitik öffentlicher Arbeitgeber. Drei Forschungsfragen leiten ihre ländervergleichende Untersuchung: Inwieweit wurde und ist die Beschäftigungssituation von Frauen im öffentlichen Dienst durch das jeweilige gesellschaftliche Geschlechtermodell geprägt? Finden Veränderungen des Geschlechterleitbildes, wie sie in ersten Anzeichen in Deutschland und den Niederlanden erkennbar sind, ihren Niederschlag in der Beschäftigungspolitik des öffentlichen Dienstes? Liefert der öffentliche Dienst umgekehrt Impulse für eine Veränderung der Leitbilder in Richtung einer egalitären Gleichstellung der Geschlechter? Scheffelt zeichnet zunächst die allgemeinen sozial- und arbeitsmarktpolitischen Entwicklungen und die Herausbildung des dominanten Geschlechtermodells in Deutschland (im Ost-West-Vergleich) und den Niederlanden sowie die Gleichstellungspolitik beider Länder nach. Von einem geschlechterpolitischen Wandel könne in beiden Ländern nicht die Rede sein. Allenfalls könne von einer modernisierten Variante des traditionellen Geschlechtermodells gesprochen werden. Während sich in Deutschland „eine erstaunliche Kontinuität des traditionellen männlichen Ernährermodells“ (146) zeige, seien in den Niederlanden eher Tendenzen in Richtung einer egalitären Entwicklung erkennbar. Dass das traditionelle Versorgermodell auch die Grundlage der Beschäftigungspolitik öffentlicher Arbeitgeber darstellt, legt Scheffelt in der anschließenden Strukturanalyse zur Beschäftigungssituation von Frauen im öffentlichen Dienst anschaulich dar und gelangt – trotz punktueller positiver Entwicklungen – zu insgesamt ernüchternden Ergebnissen.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.27 | 2.61 | 2.36 | 2.262 | 2.342
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Elke Scheffelt: Egalitäre Beschäftigungspolitik im öffentlichen Dienst? Frankfurt a. M. u. a.: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32127-egalitaere-beschaeftigungspolitik-im-oeffentlichen-dienst_38322, veröffentlicht am 04.05.2010.
Buch-Nr.: 38322
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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