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/ 03.06.2013
Günther Glaser (Hrsg.)

"Reorganisation der Polizei" oder getarnte Bewaffnung der SBZ im Kalten Krieg? Dokumente und Materialien zur sicherheits- und militärpolitischen Weichenstellung in Ostdeutschland 1948/49

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1995; 413 S.; brosch., 98,- DM; ISBN 3-631-47308-7
Glasers Quellenedition zeigt, daß die Polizeikräfte in der SBZ bis 1949 zu einer "militärähnlichen oder militärischen Sicherung" (11) der sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR herangezogen wurden. Als wichtigste Ursache für diese Entwicklung sieht der Herausgeber den wachsenden Ost-West-Konflikt, der die sowjetische Führung und die SED zu der Umstrukturierung der Polizei gezwungen habe. Glaser, selbst Mitglied der Kasernierten Volkspolizei und Nationalen Volksarmee und ab 1962 im Militärgeschichtlichen Institut der DDR tätig, begründet die Quellenauswahl einerseits mit der Absicht, einen bisher nur wenig erforschten Aspekt ostdeutscher Militärpolitik zu beleuchten; andererseits betrachtet er die Quellenedition als eine Rechtfertigung seiner bisherigen historischen Beurteilungen und Wertungen. Gerade diese Motivation scheint problematisch. Bemerkungen in der Einleitung, wie z. B. über die "reaktionären Kreise [...], oppositionellen Gruppen und zwielichtigen Personen innerhalb der SBZ [...], die ihre Anstrengungen gegen die Fortsetzung des demokratischen Neuaufbaus verstärkten und [...] danach strebten, die Ostzone auf den Weg der Westzonen zu lenken" (20), lassen eine kritische Analyse der historischen Vorgänge vermissen.
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 2.313 Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Günther Glaser (Hrsg.): "Reorganisation der Polizei" oder getarnte Bewaffnung der SBZ im Kalten Krieg? Frankfurt a. M. u. a.: 1995, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/777-reorganisation-der-polizei-oder-getarnte-bewaffnung-der-sbz-im-kalten-krieg_631, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 631 Rezension drucken
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