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/ 05.06.2013
Lutz Laschewski

Von der LPG zur Agrargenossenschaft. Untersuchungen zur Transformation genossenschaftlich organisierter Agrarunternehmen in Ostdeutschland

Berlin: edition sigma 1998 (Berliner Schriften zur Kooperationsforschung 2); 208 S.; 36,- DM; ISBN 3-89404-642-2
Die Transformation der ostdeutschen Landwirtschaft hält eine Überraschung bereit: Wider der Prognosen vom Ende der kollektiven Landbewirtschaftung und ihrer Ersetzung durch wirtschaftlich optimalere Organisationsformen zeigen die Agrargenossenschaften, entstanden aus den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG), eine erstaunliche Stabilität. Der Optimierungsansatz der deutschen Agrarökonomie kann diese Resistenz der genossenschaftlichen Bewirtschaftung nicht hinreichend erklären. Deshalb wählt Laschewski in seiner empirischen Untersuchung einen soziologischen Ansatz, der die Agrargenossenschaften als soziale Systeme sieht, in denen soziale Beziehungen (Interaktionen) in den Vordergrund rücken. Gerade die Krisenerfahrung nach der Wende, die bessere Interessenorganisation innerhalb einer Gruppe, die kollektive Identität und das Verhalten der Unternehmensführung bewirkten, daß das Modell der kollektiven Landbewirtschaftung und die inneren Organisationsprinzipien einer Genossenschaft gar nicht in Frage gestellt wurden. Aus dem Inhalt: II. Unternehmen als organisierte Sozialsysteme: 1. Über die Ziele von Organisationen; 2. Organisationsstruktur; 3. Organisationskultur; 4. Organisationsumwelt und Grenzen der Organisation; 5. Macht in Organisationen; 6. Schlußfolgerungen zur Untersuchung der Bestandsproblematik von Agrargenossenschaften. III. Agrargenossenschaften: 1. Begriff; 2. Agrargenossenschaften als LPG-Nachfolgeunternehmen; 3. Agrargenossenschaften als landwirtschaftliche Unternehmen; 4. Agrargenossenschaften als Unternehmen mit genossenschaftlicher Rechtsform; 5. Agrargenossenschaften als Produktivgenossenschaften. IV. Agrargenossenschaften in Ostdeutschland: 1. Entstehungsbedingungen der Agrargenossenschaften; 2. Entwicklungstendenzen; 3. Marktbeziehungen; 4. Beziehungen zum Staat; 5. Verbandsstrukturen. V. Methodische Vorgehensweise und Datenmaterial: 1. Verstehen und Erklären - zum Unterschied qualitativer und quantitativer Forschungsansätze; 2. Einzelfallstudien und standardisierte Befragung; 3. Gütekriterien und Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse qualitativer Forschungsverfahren; 4. Annäherung an das Forschungsfeld; 5. Datenmaterial; 6. Beschreibung der Stichprobe der schriftlichen Befragung. VI. Fallanalysen: 1. Historischer Hintergrund und Entwicklung nach 1989; 2. Mitgliederstrukturen; 3. Kultur und Identität. VII. Die Aufteilung der Kooperationen der Tier- und Pflanzenproduktionsbetriebe: 1. Zur institutionellen Verflechtung innerhalb der Kooperationen; 2. Zur Auflösung der Kooperationen; 3. Aufteilung der Kooperation und die derzeitige Betriebsstruktur. VIII. Fortführung des Betriebes und Rechtsformwahl: 1. Entscheidung für die Fortführung des Kollektivbetriebes; 2. Entscheidung über die Rechtsform; 3. Einschränkende Anmerkungen. IX. Wahl der Führung und Führungsstrukturen der Agrargenossenschaften: 1. Führungsnotwendigkeit und Herrschaft; 2. Führungswechsel; 3. Zur Struktur von Vorstand und Aufsichtsrat; 4. Autorität der Führung und partizipative Strukturen. X. Zur Bestandsproblematik von Agrargenossenschaften: 1. Beobachtungen, Interpretationen und Prognosen zur Bestandsfähigkeit von Agrargenossenschaften; 2. Bestandsfragen.
Wilhelm Johann Siemers (Sie)
Dipl.-Politologe, Journalist, Redakteur der Sprachlernzeitschrift vitamin de, Florenz.
Rubrizierung: 2.3312.313 Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Johann Siemers, Rezension zu: Lutz Laschewski: Von der LPG zur Agrargenossenschaft. Berlin: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7371-von-der-lpg-zur-agrargenossenschaft_9815, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 9815 Rezension drucken
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