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/ 21.06.2013
Heidrun Zinecker

Kolumbien und El Salvador im longitudinalen Vergleich. Ein kritischer Beitrag zur Transitionsforschung. Mit einem Vorwort von Hartmut Elsenhans

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2007; 1.269 S.; brosch., 149,- €; ISBN 978-3-8329-2422-5
Sozialwiss. Habilitationsschrift Leipzig; Gutachter: H. Elsenhans. – Diese sehr umfassende Arbeit ist das Ergebnis einer langjährigen Studie der Autorin, in die über 150 Interviews mit Experten aus den beteiligten Ländern eingeflossen sind. Im Zentrum der Analyse stehen die Bedingungen für die Demokratisierung von Staaten. Diese analysiert Zinecker anhand der beiden Fallstudien zu Kolumbien und El Salvador. Ihre zentrale Frage lautet: „Inwieweit können ursprüngliche Gegner, hier Oligarchie und Guerilla, über Konfliktverregelung Voraussetzungen für kollektives Lernen schaffen, in dessen Folge schrittweise Ökonomie, Zivilgesellschaft und politisches System so verändert werden, dass das für bürgerlich wohlfahrtsstaatliche Systeme kennzeichnende Fließgleichgewicht letztlich über Verhandlungsmacht von Arbeit in der Folge regelmäßig wiederkehrender hoher Beschäftigungsniveaus erreicht wird?“ (17) In diesem Zusammenhang setzt sich Zinecker mit Systemen auseinander, die ein Zwischenstadium zwischen Autoritarismus und Demokratie einnehmen, den sogenannten „Hybriden“ (1.065 ff.) Einleitend präsentiert sie den aktuellen Forschungsstand, insbesondere der Transitionsforschung, und zeigt die Defizite der erfolgten Arbeiten auf. Anhand dieser entwickelt sie einen neuen Ansatz, der die Entwicklung einer möglichen politischen Struktur auf der Basis diverser existierender Strukturelemente und des Lernprozesses der Akteure erklärt. Sie kommt zu dem Schluss, dass der Übergang zur Demokratie realisiert werden könne, sofern die Möglichkeit bestehe, politisierte Gewalt in die gewaltfreie Mobilisierung der Massen umzuwandeln und auf diese Weise auch in ökonomischer Hinsicht einen Richtungswechsel zu bewirken. Die Arbeit stellt eine sehr anspruchsvolle, in erster Linie an ein versiertes Fachpublikum gerichtete Studie dar, die anknüpfend an bestehende Theorien neue Erkenntnisse in der Transitionsforschung detailliert ausführt und veranschaulicht.
Maren A. Kreutler (geb. Becker) (MAB)
M. A., Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.652.22.222.25 Empfohlene Zitierweise: Maren A. Kreutler (geb. Becker), Rezension zu: Heidrun Zinecker: Kolumbien und El Salvador im longitudinalen Vergleich. Baden-Baden: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27328-kolumbien-und-el-salvador-im-longitudinalen-vergleich_32000, veröffentlicht am 03.04.2008. Buch-Nr.: 32000 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA